England ist eine Hochburg der Repression gegen die Tierbefreiungsbewegung.
Die nachfolgend gelisteten Repressalien sind deshalb nur Beispiele für Gewalt gegen Tiebefreiungsaktivist_innen.

2004:
In einem Strategiepapier des britischen Innenmisnisteriums und der Generalanwaltschaft aus dem Jahr 2004 heißt es: „Die Biowissenschaften (…) leisten einen enormen Beitrag für unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand. (…) und unser Land wird als einer der besten Plätze für die Biowissenschaften geschätzt. Aber sowohl einheimische wie ausländische Unternehmen haben gewarnt, dass Tierrechtsextremismus einen Schatten darüber wirft, indem dieser ihre Arbeit schwieriger gestaltet, und dass dies Auswirkungen auf zukünftige Investitionsentscheidungen haben könnte. Wir nehmen dies zur Kenntnis und sind entschlossen, unsere Bemühungen zu steigern, um diesen illegalen Aktivitäten entgegenzutreten.“

07.Dezember 2006:
Donald Currie wird zu zwölf Jahren Haft verurteilt nachdem bei einer Hausdurchsuchung im März selbstgebaute Brandbomben gefunden wurden. Er war Teil der HLS-Kampagne.

2007:
Joseph Harris wird zu zwei Jahren Haft für Sachbeschädigungen bei drei HLS-Unternehmen (zerstochene Reifen, verklebte Schlösser und Farbe an den Wänden) verurteilt. Er war der erste der nach den neuen britischen Gesetzen gegen die Tierbefreiungsbewegung verurteilt wurde.

2007:
Madeline Buckler wird zu zwei Jahren Haft für die Teilnahme an der Kampagne gegen die „Newchuch Guinea Pig Farm“ und das Schreiben von „Hassbriefen“ an die Farmebtreiber*innen verurteilt.

02. Mai 2007:
Um 5.30 Uhr drangen über 700 Polizist_innen teils gewaltsam in Wohnungen von Tierbefreiungsaktivist_innen ein. Dabei wurden 29 Wohnungen in Großbritannien, zwei in den Niederlanden und eine in Belgien durchsucht und 30 Aktivist_innen verhaftet. Die Razzia war das Ergebnis zweijähriger Geheimdienstoperationen und laut Polizei die größte ihrer Art in England. Da im Anschluss an die Aktionen von der Polizei keine konkreten Anschuldigungen gegen einzelne Personen genannt, sondern lediglich allgemein auf Aktionsformen der Tierbefreiungsbewegung verwiesen wurde, kann die Polizeiaktion nur als Einschüchterungsversuch gegen öffentlich aktive Tierbefreiungsaktiviet_innen gewertet werden. Laut Aussagen der Polizei von Hampshire läuft die „Operation gegen Tierrechtsextremist_innen“ auch nach den Razzien weiter.

07. März 2007:
Erneut mehrjährige Haftstrafen für Tierbefreiungsaktivist_innen
- Mark wird zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.
- Suzanne wird zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
- Teresa wird zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt.
Neben dem rabiaten Vorgehen gegen illegalisierte Aktions- und Protestformen versucht der britische Staatsapparat zunehmend auch (noch) legale Proteste zu kriminalisieren. So wurden beispielsweise am 07. März 2007 drei Tierbefreiungsaktivist_innen festgenommen, weil sie Demonstrationen gegen Firmen durchgeführt haben, die Geschäftsbeziehungen zum Tierversuchslabor Huntingdon Life Sciences (HLS) hatten. Sie wurden nach einem neuen Gesetz gegen die Tierbefreiungsbewegung und damit wegen eines neu geschaffenen Verbrechens, nämlich der „Verschwörung zur Störung einer vertraglichen Geschäftsbeziehung“ angegriffen. Mark Taylor wurde zu vier Jahren, Suzanne Taylor zu zweieinhalb Jahren und Teresa Portwine zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt obwohl sie nie jemanden körperlich verletzt haben, nirgendwo eingebrochen sind und keinen Cent Sachschaden angerichtet hatten.

27.07.2007:
Die britische Regierung verbreitete bewusst falsche Informationen über Tierversuche an der Cambridge Universität und wurde deshalb am 27.07.2007 von einem Gericht für schuldig gesprochen die Öffentlichkeit bewusst irregeführt zu haben. Unklar ist ob die Regierung deshalb auch ein Reihe bereits bewilligter Tierversuche wegen der erheblichen Schmerzen die die Tiere zu erleiden haben zurücknehmen musste. Die Klage wurde von der BUAV (British Union for Abolishion of Vivisection) eingereicht.

Oktober 2010:
Bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres wurden von einem englischen Gericht langjährige Haftstrafen gegen mehrere Tierrechtsaktivist_innen verhängt. Die Beschuldigung lautet: Verschwörung zum Eingriff in ein bestehendes Vertragsverhältnis eines Tierversuchsunternehmen und Verschwörung zur Erpressung. Die Strafen, die gegen die sechs Aktivist_innen der Stop Huntingdon Animal Cruelty-Kampagne (SHAC, www.shac.net) verhängt wurden reichen bis zu unglaublichen sechs Jahren Haft.

- Die 53-jährige Sarah bekam mit sechs Jahren die höchste Strafe. Laut dem Hetzblatt ‚Daily Mail‘ soll sie die jüngeren Aktivist_innen angeleitet haben und damit eine führende Rolle in der Kampagne übernommen haben. Dass soziale Bewegungen auch ohne Führungspersönlichkeiten auskommen liegt offenbar ausserhalb der Vorstellung von Staatsdiener_innen.
Dazu hat Sarah ein zehn Jahre andauerndes Verbot auferlegt bekommen, das mit Ende der Haftstrafe in Kraft tritt, an jeglichen Aktivitäten gegen Tierversuche teilnehmen zu dürfen. Demnach darf sie weder zu Demos gegen Tierversuche gehen, noch dazu aufrufen, genauso wie sie keine Planungstreffen für Anti-Tierversuchsproteste besuchen oder Flugblätter zu dem Thema verfassen darf.
- Nicole, 22 Jahre alt, muss wegen ihrer Beteiligung an direkten Aktionen für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Sie soll, wie Sarah, eine ‚Insiderin‘ der Kampagne gewesen sein. Gegen Nicole und alle anderen wurden fünfjährige Weisungen verhängt, sich nicht an Aktivitäten gegen Tierversuche beteiligen zu dürfen.
- Jason, 32 Jahre alt, muss für drei Jahre ins Gefängnis, weil er sich seit 2002 aktiv an der SHAC-Kampagne beteiligt haben soll und aggressives Verhalten auf Demos gezeigt hätte.
- Thomas muss für vier Jahre ins Gefängnis, er soll den Webauftritt von SHAC nach den Verhaftungen 2007 übernommen haben.
- Nicola muss für 15 Monate ins Gefängnis Sie soll zwar keine Gesetze übertreten haben, aber dennoch sehr in die Kampagne involviert und damit informiert gewesen sein.
- Der jüngste Beschuldigte Alfie, 21 Jahre alt, bekam mit 12 Monaten (auf zwei Jahre Bewährung) bedingter Strafe das kleinste Strafmaß und als einziger keine Haftstrafe. Dazu soll er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten.

Verschiedenste Vertreter_innen der Repressionsbehörden feiern die harschen Urteile ab. Nicht zuletzt die vor allem gegen die Tierrechtsbewegung arbeitende Sondereinheit National Extremism Tactical Coordination Unit (NETCU) lobt das Gericht. Bericht zu den Verurteilungen.