Oktober 2004:
Am 16.10.2004 gab es eine Demo von Tierbefreiungsaktivist*innen vor der Nerzfarm in Aachen-Orsbach. Zusammen mit einigen anderen stürmte der Farmbetreiber Harry Peters bewaffnet mit Knüppeln auf die Protestierenden zu und schlugen auf sie ein. Ein Demonstrant wurde durch die Knüppelschläge so schwer am Kopf verletzt, dass er mit fünf Stichen genäht werden musste, einer anderen Demonstrantin wurde so gewaltsam auf die Knie geschlagen, dass sie den Ort nicht mehr alleine verlassen konnte, zudem erlitten beide Hornhautreizungen durch versprühtes Pfefferspray und mussten mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Da sich die Farm zur Hälfte auf holländischem Hoheitsgebiet befindet, behauptete die deutsche Polizei sie hätte bei dem Vorfall nicht eingreifen dürfen.

September 2005:
Wegen der gewalttätigen Übegriffe gegen Tierbefreiungsaktivist_innen 2004 wird Anzeige erstattet und Anklage gegen die Schläger erhoben.

März 2007:
Nach erstatteter Anzeige und erhobener Anklage im September 2005 gegen die Schläger gab es dann endlich im März 2007 eine mündliche Gerichtsverhandlung. Die Aachener Staatsanwaltschaft versuchte während der mündlichen Verhandlung die Aussagen der Tierbefreiungsaktivist_innen als unglaubwürdig darzustellen, indem sie durch Recherchen beim Staatsschutz offenlegten, dass die beiden ja bereits durch Tierschutzaktionen aufgefallen seien. Obwohl die Aussagen sowohl vonseiten der verletzten Tierbefreier_innen als (ausnahmsweise) auch der Staatsschutzbeamt_innen übereinstimmten und die Schläger eindeutig belasteten beantragte die Staatsanwaltschaft einen Freispruch für die Täter. Das Gericht folgte dem nicht und verurteilte den Pelzfarmer zu 6 Monaten und den Vorarbeiter zu 10 Monaten auf Bewährung und zu 2.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft legte gegen dieses Urteil Rechtsmittel ein, was ein bundesweit einmaliger Vorgang in der bisherigen Justizgeschichte ist. Die politischen Tendenzen für die Tierbefreiungsbewegung sind dabei offensichtlich. Während gewalttätige Schläger_innen von Staatsanwaltschaften am liebsten freigesprochen werden sollen, wird gegen Tierbefreier_innen mit aller Härte vorgegangen.

25. Februar 2011:
Eine angekündigte aber unangemeldete Demonstration gegen Repression in der Aachener Innenstadt wurde zunächst von der Polizei verhindert. Start der Demo war für 18 Uhr geplant. Ab 16 Uhr begann die Polizei damit, die Innenstadt teilweise abzuriegeln und Personen, die in das Profil passten willkürlich Platzverweise zu erteilen. Die Polizei beschlagnahmte Gegenstände und nahm Personalien von allen „auffälligen“ Personen auf, die sich in der Nähe des Startpunktes am Theaterplatz aufhielten. Es wurden Transparente, Fahnen, eine Spielzeugpistole und eine Brille beschlagnahmt und Anzeigen u.a. wegen Beamtenbeleidigung eingeleitet.
Später gelang es dennoch etwa 50 Personen eine Sponti durch die Innenstadt zu machen.