Ein wichtiges Instrument der Repression seitens des Staates und der Tierausbeutungsindustrie ist die Verhinderung kritischer Presse. Immer wieder versuchen Tierausbeutungskonzerne in Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen wie Polizei und Gerichten mithilfe von Anzeigen, Klagen, einstweiligen richterlichen Verfügungen, Androhung von Geldstrafen und Hausdurchsuchungen die Offenlegung von Quälerei und Mord an nichtmenschlichen Tieren zu verhindern.

Juli 2010:
Mitte Juli wurde die Internetseite Bite Back (biteback.de) unter Mitwirkung der staatlichen Repression vom Netz genommen. Bite Back ist eine Internetplattform der Tierbefreiungsszene, ähnlich wie Indymedia. Hier werden Infos, News, Aktionen und Aktivitäten der globalen Tirebefreiungsszene berichtet und reflektiert. Nachdem die Seite zwei Tage nicht erreichbar bzw. gesperrt war ist Bite Back (Germany) in Island angekommen und seitdem wieder für alle da.

Folgender Bericht ist am 29.07.2010 hierzu auf der Medienplattform linksunten.indymedia.org erschienen:

„Internetzensur und Überwachung nehmen zu – Staatlicher Angriff auf die Tierbefreiungsszene!

Vergangene Woche wurde die Internetseite Bite Back (biteback.de) unter Mitwirkung der staatlichen Repression vom Netz genommen. Bite Back ist eine Internetplattform der Tierbefreiungsszene, ähnlich wie Indymedia. Hier werden Infos, News, Aktionen und Aktivitäten der globalen Tirebefreiungsszene berichtet und reflektiert. Nachdem die Seite zwei Tage nicht erreichbar bzw. gesperrt war ist Bite Back (Germany) in Island angekommen und wieder für alle da. Was schon seit einiger Zeit absehbar war musste nun schneller als geplant vollzogen werden. Der virtuelle Umzug in den Datenfreihafen sollte sich eigentlich ruhig gestalten, aber da die Zensur durch die BRD GmbH und Partner_Innen noch schneller zugeschlagen hat als erwartet, musste die Überreise etwas beschleunigt werden. Das war auch der Grund für den Ausfall vorige Woche, der Server wurde durch „höhere Gewalt“ vom Netz genommen, weil das worüber auf Bite Back berichtet einigen Leuten offensichtlich sehr, sehr schlimm zusetzt. Bite Back hatte allerdings früher oder später damit gerechnet und war schon aufbruchsbereit.
Warum ausgerechnet Island, was ist ein Datenfreihafen, was hat Julian Assange damit zu tun und besteht deswegen tatsächlich Hoffnung auf Pressefreiheit?… ein paar dieser Fragen möchten nachfolgend kurz geklärt und gleichzeitig den totalitären Regimen dieser Welt noch folgendes mit auf den Weg geben werden: “1984 war als fiktiver Roman gedacht und nicht als Anleitung für euch, ihr Fanatiker_Innen!”

Umzug gut überstanden?
Ja, alle wohlauf ; ) Ein paar Daten gingen verloren und es ist noch nicht alles wieder erreichbar, es wird aber an der Wiederherstellung gearbeitet. Ein paar Störungen sind in den nächsten Tagen noch zu erwarten, wer in den letzten Tagen mails geschickt hat =>bitte wiederholen, da sie wahrscheinlich nicht angekommen sind.
Das Wichtigste (und das sollten alle Gegner_Innen verinnerlichen): Ihr werdet die Tierbefreiungsbewegung nicht los. Und auch antispeziesistische Inhalte werden nicht verschwinden ; ) vielleicht mal zwei-drei Tage, damit ihr in euch gehen könnt, das wars auch schon. Die Szene überlässt euch das Internet nicht, es wird immer Wege geben, um die Informationsfreiheit vor skrupellosen Gestalten und staatlicher Gewalt zu schützen. Das was in den Laboren, den Pelztierfarmen und den Schlachthöfen passiert, wird auch weiter von Tierbefreiungsaktivist_Innen in die Öffentlichkeit getragen. Die die euch Tierausbeuter_Innen abseits der Öffentlichkeit beobachten und nachts kommen, damit ihr Tiere nicht mehr quälen und umbringen könnt sind immer noch da.

Warum auf die Insel?
Weil in dieser Welt nur noch wenige Orte übrig sind, wo die Pressefreiheit geschützt bzw. weniger beschränkt wird.
Die “Icelandic Modern Media Initiative” (IMMI) will zusammen mit Wikileaks, bzw. Gründer Julian Assange in Island das weltweit fortschrittlichste Pressegesetz auf den Weg bringen, wodurch das Land zum ”Datenfreihafen” wird, das auch sogenannte “whistleblower” schützen kann (Informanten, die insbesondere über das Portal von Wikileaks Geheimdokumente veröffentlichen und damit über das Fehlverhalten der Regierungen, Korruption und Kriegsverbrechen aufklären, wie zuletzt beim Collateral Murder Video).
Und solange Island nicht der aufs Gegenteil ausgelegten EU beitritt, besteht auch Hoffnung, dass diese Gesetzesgebung verabschiedet wird. Die Vorschläge der IMMI wurden im im Althing, dem isländischen Parlament mit großer Mehrheit angenommen und ein Ausschuss mit der Erarbeitung einer Gesetzesvorlage beauftragt. Mehr dazu in diesem Hintergrund-Artikel: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32428/1.html – die Antifa Freiburg sah sich nach Beschlagnahmung und anderen Erfahrungswerten ebenfalls dazu gezwungen virtuell umzuziehen. Wikileaks hat in der Wau Holland-Stiftung (Chaos Computer Club) übrigens eine deutsche Vertretung, die mensch unterstützen kann.

Die Entscheidung auch mit Bite Back umzuziehen fiel schon vor zwei Monaten.
An dieser Stelle sei auch nochmal darauf hinweisen, dass der Bite Back Server nicht nur das Bite Back Portal, sondern etliche andere Tierbefreiungsprojekte hostet, u.a. einige amerikanische Seiten, die besonders von der Repression in ihrem Land betroffen sind. Deshalb bietet Bite Back auch weiterhin allen freien Webspace an, die über die Welt frei zu berichten haben, egal ob es dabei um Menschen, Tiere, Umweltzerstörung oder soziale Ungerechtigkeit geht.
Daher war dieser Schritt besonders wichtig.
Bite Back bedauert, dass es zu einem Ausfall gekommen ist, sowas lässt sich leider auch in Zukunft nicht ausschliessen. Selbst mit gesetzlichem Schutz der Redefreiheit (der auch nur vorübergehend als gesichert sehen werden kann), wird es natürlich weiterhin Zensurversuche aller Art geben. Dezentralisierung ist dagegen das beste Mittel, daher sollen alle ermutigt werden ebenfalls über diese Themen zu informieren und weitere unabhängige Server einzurichten, die dann wieder vielen anderen bereitgestellt werden können. Das Material auf Bite Back ist übrigens copyleft.

Die Tierbefreiungsszene lässt sich nicht zensieren!

Was die Tierausbeutungsindustrie und ihre Handlanger_Innen verstecken wollen, taucht meistens an unerwarteter Stelle wieder auf, z.B. direkt vor deren Haustür, wo und wann sie es am wenigsten erwarten…

Bericht auf linksunten.indymedia.org
Bericht auf biteback.de